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Heft 04/2026 – Ab Seite 127

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BGB AT – §§ 133, 138 BGB
Auslegung einer anwaltlichen Anfechtungs- und Widerrufserklärung als Rücktritt?
BGH (Urteil vom 11.02.2026 – VIII ZR 37/24)

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1. Erklärt ein Käufer ausdrücklich (nur) die Anfechtung und den Widerruf des Kaufvertrags, schließt dies auch dann, wenn die Erklärung nicht von dem Käufer persönlich, sondern von dessen Rechtsanwalt abgegeben wurde, eine Auslegung dahingehend, dass der Käufer damit (konkludent) auch den Rücktritt von dem Vertrag erklärt hat, nicht aus (im Anschluss an BGH, Urteile vom 9. Oktober 1980 – VII ZR 332/79, BGHZ 78, 216, 221;
vom 13. Juli 2011 – VIII ZR 215/10, ZIP 2011, 1571 Rn. 1, 12; Beschluss vom 3. November 2014 – IV ZR 230/14, juris Rn. 12; jeweils mwN).
2. Ob ein auffälliges Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung – wie für die Bejahung eines wucherähnlichen Rechtsgeschäfts im Sinne von § 138 Abs. 1 BGB erforderlich – vorliegt, ist anhand eines Vergleichs der vertraglich jeweils geschuldeten – und nicht anhand eines Vergleichs der von den Parteien nachfolgend jeweils erbrachten – Leistungen zu bestimmen (im Anschluss an BGH, Urteile vom 25. Februar 2011 – V ZR 208/09, NJWRR 2011, 880 Rn. 15 mwN; vom 20. Februar 2013 – VIII ZR 40/12, juris Rn. 10; vom 21. April 2022 – I ZR 214/20, NJW 2022, 2614 Rn. 27; vom 16. November 2022 – VIII ZR 436/21, WM 2023, 742 Rn. 34). Ergibt
sich ein Missverhältnis erst daraus, dass eine Partei ihre Leistung nicht mangelfrei erbracht hat, führt das demnach nicht zur Sittenwidrigkeit des Vertrags, sondern zur Anwendung des Gewährleistungsrechts (Bestätigung von Senatsurteil vom 20. Februar 2013 – VIII ZR 40/12, aaO).
(Amtliche Leitsätze des Gerichts)