1. Dem für einen Mietzahlungsverzug des Mieters gemäß § 286 Abs. 4 BGB erforderlichen Vertretenmüssen steht nicht entgegen, dass er, um die Miete entrichten zu können, auf Sozialleistungen einer öffentlichen Stelle angewiesen ist und diese Leistungen rechtzeitig beantragt hat.
2. Kündigt der Vermieter in solch einem Fall gemäß § 543 Abs. 2 S.1 Nr. 3 BGB aus wichtigem Grund, findet eine Berücksichtigung von persönlichen Umständen und Zumutbarkeitserwägungen grundsätzlich nicht statt. Vielmehr sind die nach dieser Vorschrift allein auf den Umstand des Zahlungsverzugs abstellenden Kündigungsgründe vom Gesetzgeber so konzipiert worden, dass bei Erfüllung der tatbestandlichen Voraussetzungen des § 543 Abs. 2 S.1 Nr. 3 BGB bereits ein wichtiger Grund zur fristlosen Kündigung gegeben ist und die in § 543 Abs. 1 BGB genannten Abwägungsvoraussetzungen nicht noch zusätzlich erfüllt sein müssen (Abgrenzung zu… [BGH] NJW 2009, 3781 Rn. 26).
(Amtliche Leitsätze des Gerichts)
Heft 04/2015 – Ab Seite 139
1,99 €
SchuldR AT / BT / ZPO – §§ 276, 278, 286, 535, 543, 569, 573 BGB, §§ 260, 263 ZPO
Verzug des Mieters mit der Mietzahlung bei verzögerter Auskehrung von Sozialleistungen
BGH (Urteil vom 04.02.2015 – VIII ZR 175/14)
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Meldung im „Online-Archiv“ über Ermittlungsverfahren wegen falscher eidesstattlicher Versicherung
BGH (Urteil vom 30.10.2012 – VI ZR 4/12)